Wie können Unternehmen mit einem gewerblichen Stromspeicher Peak Shaving nutzen, um hohe Leistungsspitzen zu reduzieren? Wenn mehrere Maschinen gleichzeitig laufen, Produktionsanlagen unter hoher Auslastung arbeiten oder zahlreiche Ladepunkte parallel genutzt werden, kann der Strombedarf kurzfristig stark ansteigen.
Solche Lastspitzen belasten den Netzanschluss und können die Stromkosten erhöhen. Ein passend dimensionierter Batteriespeicher hilft, diese Spitzen abzufangen und den Energiebezug besser an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.
Peak Shaving bezeichnet die gezielte Reduzierung kurzfristiger Leistungsspitzen im Stromverbrauch. Ein gewerblicher Stromspeicher nimmt Energie in Zeiten geringerer Auslastung auf und gibt sie bei hohem Strombedarf wieder ab.
Dadurch muss ein Unternehmen während Verbrauchsspitzen weniger Leistung aus dem öffentlichen Netz beziehen.
Das Grundprinzip besteht aus drei aufeinander abgestimmten Vorgängen:
- Laden: Der Batteriespeicher nimmt Energie auf, wenn der Strombedarf niedrig ist oder überschüssiger Solarstrom zur Verfügung steht.
- Entladen: Steigt der Leistungsbedarf, stellt der Speicher zusätzliche Energie bereit.
- Netzbezug begrenzen: Der Speicher deckt einen Teil des zusätzlichen Bedarfs ab und reduziert dadurch die aus dem Netz bezogene Spitzenleistung.
Ein Energiemanagementsystem überwacht dafür den Stromverbrauch und steuert die Lade- und Entladevorgänge. Es berücksichtigt unter anderem die aktuelle Last, den Ladezustand der Batterie und die festgelegte Leistungsgrenze.
Peak Shaving ist ein Bestandteil eines übergeordneten Lastmanagements. Während Peak Shaving gezielt hohe Leistungsspitzen reduziert, umfasst Lastmanagement auch die zeitliche Steuerung und Verteilung des Energieverbrauchs.
Unternehmen können dadurch beispielsweise energieintensive Prozesse besser aufeinander abstimmen. In Kombination mit einem Batteriespeicher lässt sich der Netzbezug zusätzlich begrenzen, wenn mehrere Verbraucher gleichzeitig hohe Leistung benötigen.
Bei gewerblichen Stromtarifen bestehen die Stromkosten häufig aus mehreren Bestandteilen. Neben dem Arbeitspreis für die bezogene Energiemenge kann auch die höchste gemessene Leistung innerhalb eines Abrechnungszeitraums eine wichtige Rolle spielen.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur den gesamten Stromverbrauch, sondern auch die Höhe der Leistungsspitzen zu betrachten.
Ein Batteriespeicher kann während hoher Verbrauchsphasen zusätzliche Energie bereitstellen. Dadurch sinkt die Leistung, die ein Unternehmen in diesen Momenten aus dem öffentlichen Netz beziehen muss.
Das kann sich insbesondere dann positiv auf die Stromkosten auswirken, wenn die Abrechnung einen leistungsbezogenen Kostenanteil enthält. Die tatsächliche Einsparung hängt jedoch vom jeweiligen Tarif, dem Lastprofil und der erreichten Reduzierung der gemessenen Spitzenlast ab.
Neben der Begrenzung von Lastspitzen ermöglicht ein gewerblicher Stromspeicher auch eine zeitliche Verschiebung des Strombezugs.
Wird die Batterie in Zeiten niedrigerer Strompreise oder geringerer Auslastung geladen, kann die gespeicherte Energie später eingesetzt werden. Unternehmen können so ihren Energiebezug flexibler gestalten und Peak Shaving mit weiteren Betriebsstrategien verbinden.
Auch die Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom kann dabei eine Rolle spielen. Weitere Ansätze zur Kostenoptimierung beschreiben wir im Beitrag über gewerbliche Stromspeicher zur Senkung der Energiekosten.
Peak Shaving eignet sich vor allem für Unternehmen mit stark schwankendem Strombedarf und regelmäßig auftretenden Leistungsspitzen. Dabei kommt es weniger auf die Branche als auf das individuelle Lastprofil an.
Typische Einsatzbereiche sind:
In Produktionsbetrieben können Maschinen, Fertigungslinien und Anlagen gleichzeitig hohe elektrische Leistungen benötigen. Besonders beim Anlaufen mehrerer Maschinen entstehen kurzfristige Verbrauchsspitzen.
Ein Batteriespeicher kann in solchen Situationen zusätzliche Energie bereitstellen und den Netzbezug begrenzen.
In Logistikzentren können Fördertechnik, Kühlanlagen und elektrische Flurförderzeuge den Strombedarf zu bestimmten Tageszeiten erhöhen.
Eine abgestimmte Speichersteuerung hilft, diese Verbrauchsspitzen abzufangen und die verfügbare Anschlussleistung effizienter zu nutzen.
Auch Bürogebäude, Einkaufszentren und Standorte mit Ladeinfrastruktur können von Peak Shaving profitieren. Wenn Klimatisierung, Beleuchtung und mehrere Ladepunkte gleichzeitig betrieben werden, kann die Leistungsaufnahme deutlich steigen.
Ein Batteriespeicher kann einen Teil dieses zusätzlichen Bedarfs übernehmen und so den Netzanschluss entlasten.
Die richtige Dimensionierung entscheidet darüber, wie effektiv ein Batteriespeicher Lastspitzen reduzieren kann. Dabei müssen Leistung und Speicherkapazität aufeinander abgestimmt sein.
Zunächst sollten Unternehmen ihre Stromverbrauchsdaten untersuchen. Besonders wichtig sind:
- Höhe der maximalen Leistungsaufnahme
- Häufigkeit und Dauer der Lastspitzen
- Tages- und Wochenverläufe des Stromverbrauchs
- Wiederkehrende Produktions- und Betriebszeiten
- Bereits vorhandene Photovoltaikanlagen und weitere Energieerzeuger
Auf dieser Grundlage lässt sich erkennen, wann der Speicher Energie bereitstellen muss und wie regelmäßig er eingesetzt wird.
Bei der Auslegung erfüllen zwei Größen unterschiedliche Aufgaben:
- Leistung (kW): Sie bestimmt, wie viel elektrische Energie der Speicher zu einem bestimmten Zeitpunkt bereitstellen kann.
- Speicherkapazität (kWh): Sie gibt an, wie viel Energie gespeichert werden kann und beeinflusst damit die mögliche Entladedauer.
Die erforderliche Entladeleistung ergibt sich aus der Differenz zwischen dem tatsächlichen Leistungsbedarf und dem gewünschten maximalen Netzbezug.
Die notwendige Speicherkapazität hängt dagegen davon ab, wie lange die Lastspitze anhält. Ein Speicher mit hoher Leistung, aber zu geringer Kapazität kann eine Spitze möglicherweise nur für kurze Zeit abfangen.
Auch die Steuerung ist für ein wirksames Peak Shaving entscheidend. Das Energiemanagementsystem muss den Verbrauch überwachen und die Lade- und Entladevorgänge rechtzeitig anpassen.
Bei der Planung sollten Unternehmen außerdem die Integration in die bestehende Infrastruktur berücksichtigen. Dazu gehören der Netzanschluss, geeignete Wechselrichter und gegebenenfalls eine vorhandene Photovoltaikanlage.
Ob sich die Investition lohnt, hängt von den individuellen Verbrauchs- und Tarifbedingungen ab. Besonders relevant ist, wie häufig und wie stark die Lastspitzen auftreten und welchen Einfluss sie auf die Stromkosten haben.
Für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sollten Unternehmen mehrere Faktoren berücksichtigen:
- Höhe und Häufigkeit der Lastspitzen
- Leistungspreis und geltende Netzentgeltregelungen
- Erforderliche Speicherleistung und Speicherkapazität
- Investitions- und Installationskosten
- Wirkungsgrad und laufende Betriebskosten
- Möglichkeiten zur zusätzlichen Nutzung von Photovoltaikstrom und zur Lastverschiebung
Ein Speicher, der nur selten benötigt wird, kann weniger wirtschaftlich sein als ein System, das regelmäßig zur Begrenzung hoher Lastspitzen eingesetzt wird.
Deshalb sollte die Planung auf realen Verbrauchsdaten basieren. Zusätzlich ist zu prüfen, ob sich weitere Anwendungen wie Eigenverbrauchsoptimierung oder Lastverschiebung sinnvoll integrieren lassen.
Für Peak Shaving benötigen Unternehmen ein Speichersystem, das zur erforderlichen Entladeleistung und zur Dauer der Lastspitzen passt. Dabei sind nicht nur die Batteriekapazität, sondern auch die Steuerung und die Integration in die bestehende Energieversorgung wichtig.
Unsere OASIS A200 AiO und OASIS L261 AiO unterstützen gewerbliche Anwendungen wie Peak Shaving und Lastverschiebung.
- OASIS A200 AiO: Das System bietet 200 kWh Speicherkapazität und 125 kW Nennleistung. Es kann bei kurzfristig erhöhtem Leistungsbedarf zusätzliche Energie bereitstellen und lässt sich mit Photovoltaikanlagen sowie geeigneten externen Hybridwechselrichtern integrieren. Die intelligente LCU und die Cloud-Plattform unterstützen die Überwachung und Fernsteuerung.
- OASIS L261 AiO: Mit 261 kWh Speicherkapazität und 125 kW Nennleistung bietet das System eine größere Energiereserve. Das kann bei längeren Lastspitzen oder zusätzlichem Bedarf an Lastverschiebung relevant sein. Das modulare Konzept unterstützt zudem die Parallelerweiterung.
Welche Lösung besser geeignet ist, hängt vom jeweiligen Lastprofil und der geplanten Betriebsstrategie ab. Weitere Informationen zu den Systemen finden Sie beim OASIS A200 All-in-One Energiespeichersystem und beim OASIS L261 All-in-One Batteriespeichersystem.
Ein gewerblicher Stromspeicher für Peak Shaving hilft Unternehmen, kurzfristige Lastspitzen abzufangen und den Netzbezug in verbrauchsstarken Phasen zu reduzieren. Damit die Anwendung wirtschaftlich funktioniert, müssen Lastprofil, Entladeleistung und Speicherkapazität genau aufeinander abgestimmt werden.
Entscheidend ist eine ganzheitliche Betrachtung des Energieverbrauchs. Neben Peak Shaving können auch Lastmanagement, Photovoltaik-Eigenverbrauch und Lastverschiebung zur Optimierung der betrieblichen Energieversorgung beitragen.