Wie hoch sind die Kosten einer Energiespeicherlösung für Unternehmen, und welche Systemgröße passt zum verfügbaren Budget? Warum reichen der jährliche Stromverbrauch oder ein Preis pro Kilowattstunde nicht aus, um die Investition realistisch zu planen? Entscheidend sind der tatsächliche Energiebedarf, die benötigte Leistung, die Installationsbedingungen und der Umfang des gesamten Projekts.
Die Gesamtkosten hängen nicht allein von der Batterie ab. Auch die Systemarchitektur, die Leistungselektronik, die Installation und die Integration in die bestehende Energieversorgung beeinflussen das Budget.
Zwei Kennzahlen sind für die Dimensionierung besonders wichtig:
- Speicherkapazität (kWh): Sie gibt an, wie viel Energie der Speicher aufnehmen kann.
- Leistung (kW): Sie beschreibt, wie viel Leistung das System beim Laden oder Entladen bereitstellen kann.
Ein Unternehmen mit kurzen, ausgeprägten Lastspitzen benötigt möglicherweise eine hohe Entladeleistung, aber keine besonders lange Entladedauer. Soll überschüssiger Solarstrom über mehrere Stunden genutzt werden, gewinnt die Speicherkapazität an Bedeutung.
Eine größere Batterie ist deshalb nicht automatisch wirtschaftlicher. Entscheidend ist, wie gut Kapazität und Leistung zum geplanten Einsatz passen.
Neben Batterie und Leistungselektronik sollten Unternehmen weitere Kostenpositionen einplanen:
- Planung und elektrische Integration
- Installation, Verkabelung und Inbetriebnahme
- Anpassungen am Netzanschluss oder an der bestehenden Infrastruktur
- Energiemanagement, Monitoring und Kommunikation
- Betrieb, Wartung und mögliche spätere Erweiterungen
Welche Positionen tatsächlich anfallen, hängt vom Standort und vom Lieferumfang ab. Ein vollständiges Projektangebot sollte deshalb klar zwischen den Systemkomponenten und zusätzlichen Planungs- und Installationsleistungen unterscheiden.
Bevor ein Angebot angefordert wird, sollte feststehen, welche Aufgabe der Speicher übernehmen soll. Das erleichtert die technische Auslegung und verhindert, dass das Budget in nicht benötigte Kapazitäten oder Funktionen fließt.
Für eine fundierte Auslegung empfehlen wir, Lastgangdaten über mindestens zwölf Monate mit einer Auflösung von 15 Minuten auszuwerten. So lassen sich typische Verbrauchszeiten, wiederkehrende Lastspitzen und saisonale Unterschiede erkennen.
Zusätzlich sollten Unternehmen folgende Daten zusammenstellen:
- Stromverbrauch und Stromtarife
- Höhe und Dauer der Lastspitzen
- Vorhandene oder geplante Photovoltaikanlage
- Betriebszeiten großer Verbraucher
- Geplante Erweiterungen, etwa Maschinen oder Ladeinfrastruktur
Wie diese Daten in die Projektplanung einfließen, erläutern wir in unserem Leitfaden zur Projektierung von Energiespeicherlösungen für Unternehmen. Er behandelt unter anderem Lastgangdaten, Anwendungsziele, Systemdimensionierung und Netzintegration.
Die richtige Speichergröße hängt auch davon ab, wann Strom erzeugt und wann er benötigt wird. Bei einer gewerblichen Photovoltaikanlage kann ein Speicher überschüssige Energie aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt bereitstellen.
Beim Peak Shaving liegt der Fokus dagegen darauf, kurzfristige Leistungsspitzen zu reduzieren. Bei neuen Ladepunkten oder zusätzlichen Produktionsanlagen muss außerdem geprüft werden, wie sich die künftige Last auf den Netzanschluss auswirkt.
Diese Ziele stellen unterschiedliche Anforderungen an die Speicherkapazität und die Lade- und Entladeleistung. Deshalb sollten Unternehmen ihre Prioritäten vor der Produktauswahl festlegen.
Ein begrenztes Budget bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Projekt ungeeignet ist. Entscheidend ist, die wichtigsten Anforderungen zu priorisieren und die Systemkonfiguration entsprechend auszulegen.
Unternehmen sollten zunächst festlegen, welches Ziel den größten wirtschaftlichen Nutzen verspricht:
- Peak Shaving: Wiederkehrende Leistungsspitzen gezielt reduzieren.
- PV-Eigenverbrauch: Mehr selbst erzeugten Solarstrom im Betrieb nutzen.
- Lastverschiebung: Energie abhängig von Verbrauchszeiten und Stromtarifen speichern und einsetzen.
- Versorgung kritischer Verbraucher: Prüfen, ob eine geeignete Ersatzstromarchitektur benötigt wird.
Nicht jede Speicherlösung unterstützt automatisch sämtliche Betriebsarten. Insbesondere eine Ersatzstromversorgung muss hinsichtlich Umschalteinrichtungen, Leistung, Schutzkonzept und angeschlossenen Verbrauchern geplant werden.
Für die Budgetplanung sollten Unternehmen mehrere technisch geeignete Konfigurationen vergleichen. Dabei sind nicht nur die Anschaffungskosten wichtig, sondern auch die nutzbare Kapazität, die erforderliche Leistung, die Integration und die spätere Erweiterbarkeit.
Eine kleinere Anlage kann sinnvoll sein, wenn der Bedarf klar begrenzt ist. Bei steigenden Lasten kann ein modular erweiterbares System Vorteile bieten, sofern Netzanschluss, Aufstellfläche und übrige Komponenten für die Erweiterung ausgelegt sind.
Mögliche spätere Anpassungen an Leistungselektronik, Verkabelung und Schutztechnik sollten bereits bei der ersten Projektplanung berücksichtigt werden.
Für eine realistische Planung empfiehlt es sich, das Budget in vier Bereiche aufzuteilen:
- System und Komponenten: Batterie, Leistungselektronik, Steuerung und Energiemanagement.
- Planung und Integration: Technische Auslegung, Schutzkonzept, Kommunikationsschnittstellen und Netzanschluss.
- Installation und Inbetriebnahme: Montage, Verkabelung, Tests und Übergabe.
- Betrieb und Erweiterung: Wartung, Überwachung, Betriebsverluste und mögliche spätere Ausbaustufen.
Nicht jedes Projekt benötigt dieselben Leistungen. Deshalb sollten Angebote auf einem vergleichbaren technischen Umfang basieren. Ein niedrigerer Angebotspreis kann beispielsweise darauf zurückzuführen sein, dass Installation, Netzintegration oder weitere Leistungen nicht enthalten sind.
Ein belastbarer Angebotsvergleich beginnt mit den technischen Anforderungen und endet nicht beim Kaufpreis.
Unternehmen sollten bei jedem Angebot mindestens folgende Punkte vergleichen:
- Nenn- und nutzbare Speicherkapazität
- Lade- und Entladeleistung
- Kühlkonzept und vorgesehener Installationsort
- Schutzfunktionen und Anforderungen an die Netzintegration
- Energiemanagement, Monitoring und Kommunikationsschnittstellen
- Garantiebedingungen, Wartung und Erweiterbarkeit
Ebenso wichtig ist die Frage, ob Planung, Installation, Inbetriebnahme und erforderliche Zusatzkomponenten im Angebot enthalten sind.
Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus dem tatsächlichen Einsatz des Speichers. Beim Peak Shaving kommt es beispielsweise auf die Höhe und Häufigkeit der Leistungsspitzen an. Bei der Nutzung von Solarstrom sind die zeitliche Verteilung von Erzeugung und Verbrauch sowie die Speicherauslastung entscheidend.
Für eine belastbare Bewertung sollten Unternehmen die erwarteten Einsparungen den Investitions- und Betriebskosten gegenüberstellen. Dabei empfiehlt es sich, mehrere Szenarien zu prüfen, statt von konstanten Strompreisen oder einer garantierten Amortisationszeit auszugehen.
Wir bieten mit unseren OASIS-Systemen unterschiedliche Konfigurationen für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Die folgenden Produkte zeigen, wie technische Kennzahlen als Grundlage für die Projektplanung dienen können. Sie ersetzen jedoch keine individuelle Dimensionierung.
Unser OASIS A200 All-in-One-Energiespeichersystem bietet je nach Konfiguration 120 bis 200 kWh Nennkapazität. Die All-in-One-Ausführung verfügt über 200 kWh Nennkapazität und 125 kW Nennausgangsleistung.
Das System ist für die Außenaufstellung ausgelegt, nutzt industrielle Klimatisierung und besitzt die Schutzart IP55. Es unterstützt unter anderem Lastmanagement und Lastverschiebung. Damit bietet es eine technische Grundlage für Projekte, bei denen Speicherkapazität und Leistung auf gewerbliche Energieflüsse abgestimmt werden müssen.
Für Projekte mit höherem Speicherbedarf bieten wir das OASIS L261 Energiespeichersystem mit 261 kWh. Es besteht aus fünf Batterie-Packs mit jeweils 52,2 kWh, nutzt Flüssigkeitskühlung und ist für die Außenaufstellung mit Schutzart IP55 vorgesehen.
Die All-in-One-Ausführung erreicht eine Nennausgangsleistung von 125 kW. Die modulare Architektur unterstützt die Parallelerweiterung. Das System kann unter anderem für Peak Shaving und Lastverschiebung eingesetzt werden.
Der Vergleich zeigt, warum die Kapazität allein keine ausreichende Entscheidungsgrundlage ist. Beide Systeme müssen anhand des Lastprofils, der benötigten Leistung, der Installationsbedingungen und des geplanten Betriebs bewertet werden.
Die Kosten einer Energiespeicherlösung für Unternehmen lassen sich nur dann sinnvoll beurteilen, wenn die technische Konfiguration zum tatsächlichen Energiebedarf passt. Lastgangdaten, Leistungsspitzen, Photovoltaikerzeugung und geplante Erweiterungen bilden die Grundlage für die Dimensionierung.
Wir empfehlen, zuerst die wichtigsten Anwendungsziele zu definieren, anschließend Kapazität und Leistung zu bestimmen und erst dann vergleichbare Projektangebote einzuholen. Mit unseren OASIS A200 und OASIS L261 bieten wir unterschiedliche technische Ausgangspunkte für gewerbliche und industrielle Speicherprojekte. Welche Lösung zum Budget passt, hängt von den konkreten Anforderungen am jeweiligen Standort ab.